Maul- und Klauenseuche-Aphthe 1 | ||||||||
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1. Ballonartige Vergrößerung und Aufhellung von Zellen des Stratum spinosum (1). Infiltration durch polymorphkernige Leukozyten (2). Maul-und Klauenseuche. Ballonierende Degeneration. Schwein, Zunge. H.-E.-Färbung, 20x. | 2. Degeneration mit Kernpyknose von Spinosum-Zellen. Bildung von Hohlräumen, die von einem zarten eosinophilen Netzwerk durchzogen werden (1). Retikulierende Degeneration.Schwein, Zunge. H.-E.-Färbung, 20x. | |||||||
Die Maul- und Klauenseuche (MKS) wird durch das Aphtovirus (Familie Picornaviridae) hervorgerufen, von dem es zahlreiche immunologisch differente Typen und Subtypen gibt. Der Erreger dringt in der Regel aerogen in das Gewebe der Pharynx-Region, beim Schwein zusätzlich oral über den Magen-Darm-Kanal ein. Gelegentlich erfolgt die Virusaufnahme über die verletzte Haut. Nach initialer Vermehrung tritt der Erreger in das Blut über. Die sekundäre Virusmultiplikation findet, zum Teil unter Ausbildung deutlicher morphologischer Spuren, in epithelialen und nichtepithelialen Geweben statt. So vermehrt sich das MKS-Virus in den kutanen Schleimhäuten des oberen Verdauungskanals von Klauentieren und zwar selektiv in den Zellen des Stratum spinosum mit der Folge einer hydropischen Degeneration (D.). Die optischen Erscheinungsformen sind eine ballonartige Auftreibung der Spinosumzellen durch Flüssigkeitsansammlung (ballonierende D., Bild 1) oder die Konfiguration eines feinen Netzwerkes aus Zytoplasmaresten (retikulierende D., Bild 2). Durch Kolliquationsnekrose benachbarter Epithelzellen bilden sich ständig größer werdende Hohlräume, wobei die oberen, noch intakten Epidermisschichten als Aphthendecke das Abfließen der Flüssigkeit zunächst verhindern. Gelegentliche Infiltrationen durch neutrophile Granulozyten stellen Reaktionen auf den Gewebezerfall und auf sekundäre bakterielle Infektionen dar. ( Weiter auf Seite 2). | ||||||||