Miliarer Rotz | |||||||||
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1. Sektor eines miliaren Rotzgranuloms. Nekrotisches Zentrum mit basophilen, durch Rhexis zerfallenen Zellkernen (1); helle, aus Epitheloidzellen bestehende Region (2); sogenannte unspezifische Schicht aus Lymphozyten, Plasmazellen (3), die bei chronischem Verlauf peripher auch faserbildene Entzündungszellen aufweisen kann (4). Lunge, Pferd. H.-E.-Färbung, 5X. | 2. Ovale oder pleomorphe hellkernige Epitheloidzellen, deren Zytoplasmagrenzen in typischer Weise nicht erkennbar sind. 40x. | 3. Periphere Region aus Lymphozyten und Plasmazellen (ovale Zellen mit basophilem Zytoplasma und exzentrisch gelegenem chromatindichten lympho- zytenähnlichen Kern). 40x. | |||||||
Der Rotz (Malleus) ist eine vorwiegend bei Equiden vorkommende, anzeige- und meldepflichtige Infektionskrankheit, deren Erreger, Burkholderia mallei, über den lymphatischen Rachenring eindringt und sich hämatogen in andere Organe (Nase, Lunge, Haut) ausbreitet. Die initialen Lungenveränderungen bestehen in umschriebenen, im Gegensatz zur Miliartuberkulose primären Nekrosen. Die Zellkerne zerfallen dabei unter dem Bild der Kayorrhexis. Während der subakuten Phase bauen sich um den Nekroseherd monozytogene Epitheloidzellen mit hellen ovalen bis pleomorphen Kernen und schwach eosinophilem Zytoplasma auf. Die Zellbegrenzungen sind in der für diese Zellart typischen Weise lichthistologisch nicht erkennbar. In der Peripherie finden sich Lymphozyten, Plasmazellen, Makrophagen und im weiteren Verlauf auch faserbildende Zellen und kollagene Fasern. Die Rotzgranulome wurden früher den sogenannten spezifischen Entzündungen zugerechnet. Die Diagnose muß jedoch durch direkten Erregernachweis sowie indirekt mittels Komplementbindungsreaktion und allergischer Haut- oder Konjunktivalprobe erfolgen. Rotzinfektionen kommen auch beim Menschen vor und verlaufen unerkannt und antibiotisch unbehandelt nahezu 100%ig tödlich. Der Rotzerreger wurde 1882 von Friedrich Löffler (1852-1915) und Wilhelm Schütz (1839-1920) beschrieben. Löffler war zu damaliger Zeit 1. Assistent von Robert Koch in Berlin. 1898 erkannte er gemeinsam mit Paul Frosch (1860-1928) den Erreger der Maul-und Klauenseuche als filtrierbares Agens. Schütz war der erste Lehrstuhlinhaber für Veterinär-Pathologie an der damaligen Tierärztlichen Hochschule Berlin. | |||||||||