Kanine Parvovirusinfektion
Parvovirus-Infektion, Reduzierung des DarmepithelsParvovirus-Infektion, ballonartig vergrößerte Enterozyten
1. Schleimhaut des unteren Jejunum mit weitgehender Epithelentblößung und zelliger Infiltration.Parvovirusinfektion. Hund, Jejumum,  H.-E.-Färbung, 5x.
2. Tiefer Schleimhautbereich: Dilatation der wenigen noch vorhandenen Krypten (1), ballonierende Vergrößerung von Kryptenepithelzellen (1 und 2); Infiltration der Mukosa durch runde Entzündungszellen. Parvovirusinfektion. Hund, Jejumum, H.-E.-Färbung, 20x.

Die Parvovirusinfektion des Hundes wurde erstmalig 1978 als neue Krankheit mit hoher Morbidität und Mortalität  beschrieben und hat sich seither auf der ganzen Welt verbreitet. Die Herkunft des Erregers ist unbekannt.
Die Virusvermehrung erfolgt in sich rasch erneuerndem Gewebe, also in den Zellen des mittleren und unteren Dünndarms und im Knochenmark, bei sehr jungen Tieren auch in den Herzmuskelzellen. In eigentümlichem Kontrast zum massiven Zerfall des Kryptenepithels stehen bizarre Zell-und Kernschwellungen, die als regeneratives Phänomen interpretiert werden, aber auch mit einer extremen Steigerung des zellulären Proteinstoffwechsels während der Virusmultiplikation in Zusammenhang stehen können und die von Bedeutung für die histologische Diagnose sind.
Makroskopisch fallen die suppenartige Beschaffenheit des häufig mit Blut vermischten, charakteristisch übelriechenden Darminhaltes und die Dehydratation des Tierkörpers auf. Eine fast regelmäßige, zum Teil bakteriämisch verlaufende Infektion durch ß-hämolysierende Escherichia coli  ist Folge von Maldigestion und Immunsuppression.