Ikterus | |||||||
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1. Ansammlungen eines gelb-grünen Pigmentes in den intralobulären Gallenkapillaren. Resorptionsikterus, Hund. H.-E.-Färbung, 20x. | 2. Entstehung des Gallenfarbstoffes. | ||||||
Der Ikterus (Gelbsucht) bezeichnet überschüssige Mengen an Gallenfarbstoff im Blut und im Gewebe. Er ist ein klinisches und morphologisches Symptom für hepatische und extrahepatische Krankheiten. Die Entstehung des Gallenfarbstoffes ist in Bild 2 dargestellt: Beim Erythrozytenabbau in phagozytierenden Zellen entsteht aus dem Hämoglobin ein eiweiß- und eisenfreier gelber Farbstoff, das (indirekte) Bilirubin 1. Dieses Pigment gelangt, an Albumin gekoppelt, in das Blut und wird von der Leberzelle resorbiert. Nach der enzymatischen Kopplung an Glucuronsäure ist das ausscheidungsfähige (direkte) Bilirubin 2 entstanden, das von der Leberzelle in die Gallenkapillaren übertritt und, mit Wasser und Gallensäuren gemischt, via Gallengänge, Gallenblase und Ductus choledochus in den Dünndarm gelangt. Überschüssige Mengen an Gallenpigmenten können auf unterschiedlichem Wege entstehen: 1. Bei stark gesteigertem Erythrozytenzerfall (toxische oder immunbedingte Erythrozytolyse) sind die Leberzellen mit der Umwandlung von Bilirubin 1 in Bilirubin 2 relativ überfordert , so dass sich Bilrubin 1 im Blut und, makroskopisch sichtbar, in hellem Körpergewebe (Konjunktivalschleimhaut, Aorta, Kehldeckel, Harnblasenschleimhaut) vermehrt ansammelt. Diese Form der Gelbsucht wird synonym als
2. Bestimmte, meist toxische Schädigungen bewirken, dass die Leberzellen hinsichtlich der Bilirubin-2-Bildung absolut überfordert sind:
3. Bei Abflußstörungen von Gallenfüssigkeit durch Lumenverlegungen ableitender Gallenwege werden Bilirubin 2 und Gallensäuren in den Gallenkapillaren gestaut, von den Leberzellen resorbiert und in das Blut abgegeben:
Bild 1 zeigt Ansammlungen rückgestauter, eingedickter Gallenflüssigkeit in Gallenkapillaren im Queranschnitt (rund) und im Schräg- oder Längsanschnitt (wurstförmig). | |||||||