Bronchoneumonia fibrinosa
intraalveoläres Fibrinnetz bei roter Hepatisationfibrinöse Pneumonie, Schwein.Schnittfläche mit roter und grauer Hepatisation
1. Fädiges Fibrin und wenige Granulozyten in den Lungenalveolen (1), herdförmige Nekrosen der Alveolarwand (2), hochgradige Hyperämie der perialveolären Kapillaren (3): Fibrinöse Pneumonie, Stadium der roten Hepatisation. Kalb. H.-E.-Färbung, 20x.
2. Bunt gefärbte Schnittfläche des Lungengewebes bei fibrinöser Pneumonie. Kalb.

Die fibrinöse (Broncho-) Pneumonie zeichnet sich durch Dominanz von Fibrinogen im Exsudat aus. Sie durchläuft außerdem mehrere charakteristische Stadien, die bei hämatogener Infektion großflächig nacheinander, bei aerogener Infektion in unterschiedlichen Läppchen und Läppchengruppen nebeneinander in Erscheinung treten, wie das Bild 2 vermittelt. Die einzelnen Stadien in zeitlicher Reihenfolge sind:
  • Anschoppung ( Stadium incrementi): Füllung der Alveolen mit serösem Exsudat, hochgradige Hyperämie der perialveolären Kapillaren: Lungenschnittfläche dunkelrot und feucht (Bild 2: dunkelrote Bezirke).
  • rote Hepatisation (Hepatisatio rubra): Füllung der Alveolen mit fädigem Fibrin, vereinzelte Granulozyten,  hochgradige Hyperämie: Lungenschnittfläche rostbraun und trocken (Bild 1, Bild 2: rote Bezirke).
  • graue Hepatisation (Hepatisatio grisea): Alveolen weiterhin mit fädigem Fibrin gefüllt, zunehmende Zahl von Granulozyten, nur noch geringgradige Hyperämie: Schnittfläche graugelb und trocken (Bild 2).
  • Lysis: Verflüssigung des intraalveolären Fibrinnetzes, so dass die Entzündungsprodukte entweder resorbiert oder expektoriert werden können. Eine vollständige Heilung ist jedoch nur möglich, wenn die Ursache beseitigt wurde, und die alveolären Basalmembranen als Grundlage für die Reepithelisierung erhalten geblieben sind. Das ist bei Tieren selten, bestenfalls kommt es zur Reparation  in Form der
  • Karnifikation: Einsprossen faserbildender Zellen in die Alveolen, wobei das Narbengewebe eine fleischähnliche Konsistenz und Farbe annimmt.
Ursache  fibrinöser Pneumonien sind zahlreiche bakterielle und virale Erreger, unter denen Pasteurella multocida durch besondere Häufigkeit herausragt.
Fibrinöse Pneumonien sind in der Regel lebensbedrohende Prozesse.