Nocardiose 1
initiales Nocardiagranulom Nocardia-Myzel, Grocott-Reaktion
1. Dicht gelagerte epitheloide Makrophagen und eine Riesenzelle vom Langhans-Typ innerhalb einer Milchdrüsenalveole mit bereits atrophischem Epithel. Produktive Nocardien-Mastitis, Rind. H.-E.-Färbung, 20x.
Nocardia-Myzel, Ziehl-Neelsen-Färbung
2. und 3. Sternförmig-myzelartiges Wachstum von Nocardia asteroides im Gewebe. Oben: Grocott-Reaktion; unten modifizierte Ziehl-Neelsen-Färbung, 100x.

Grundlage der durch aszendierende Infektion von Nocardia asteroides  verursachten Rindermastitis ist das sich innerhalb der Alveolen entwickelnde Granulum aus epitheloiden Makrophagen (Bild 1). Seltener kommen Riesenzellen vom Langhans-Typ vor. Auf intrakanalikulärem Wege werden weitere Alveolen und Läppchen ergriffen, so dass es zur Umbildung des Parenchyms in ein graurotes, speckiges Gewebe kommt (Bild 4). Mit zunehmender Größe bilden sich in den gefäßlosen Granulomen  Kolliquationsnekrosen in Form makoskopisch erkennbarer, pastöser Einschmelzungen. Neben diesen produktiven bzw. sekundär einschmelzenden Prozessen kann die Nocardien-Mastitis auch primär exsudativ  verlaufen.
Bei der histologischen Diagnose und Differentialdiagnose kommt dem Erregernachweis große Bedeutung zu. Mit Hilfe der Grocott-Reaktion und der modifizierten Ziehl-Neelsen-Färbung (Nocardien sind säure- aber nicht alkoholfest) läßt sich die charakteristische, myzelartige Wuchsform gut erkennen (Bilder 2 und 3).
Makrobild