Lungenemphysem
alveoläres Emphysem akute Spitzenlappenpneumonie mit angrenzendem vikariierenden Emphysem
1. Hochgradig gedehnte Alveolen mit scheinbarer oder tatsächlicher Ruptur der Alveolarwände. Lungenemphysem, Schwein. H.-E.-Färbung, 5x.
2. Vikariierendes Emphysem (helle und voluminöse Lungenbezirke) im Zusammenhang mit einer akuten katarrhalischen Bronchopneumonie (dunkelrote Spitzenlappen). Schwein.

Das Emphysema pulmonum (Lungenblähung) ist durch ein gegenüber dem Normalzustand größeres Lungenvolumen  gekennzeichnet.
Bei einem Emphysem (E.) können folgende anatomische Komponenten betroffen sein:
  • Lungenbläschen (alveoläres, substantielles E.). Die Alveolen sind gedehnt und scheinbar oder tatsächlich zerrissen (Bild 1).
  • Interstitium (interstitielles E.) mit interlobulärer oder subpleuraler Lokalisation.
Ein E. betrifft entweder die gesamte Lunge (universelles E.) oder nur Teile davon (partielles E.).
Emphyseme verlaufen akut oder chronisch.
Pathogenetisch entscheidend ist das Verhalten der für die Verringerung des Lungenvolumens während der Exspiration verantwortlichen interalveolären elastischen Fasern. Diese verlieren durch Überdehnung ihre Elastizität, so dass die Lunge fast in Inspirationsstellung verbleibt. Man unterscheidet  folgende Formen:
  • Vikariierendes Emphysem: es entsteht "stellvertretend" für atelektatisch oder pneumonisch veränderte Lungenbezirke (Bild 2) durch stärkere respiratorische Inanspruchnahme und tritt partiell in Erscheinung.
  • Überbelastungsemphysem bei akutem Sauerstoffmangel (Ertrinkungstod, Agonie) mit universeller Manifestation.
  • Obstruktionsemphysem bei partiellem Verschluß von Bronchien durch Entzündungsprodukte (Ventileffekt) - partiell, durch Bronchospasmus bei Anaphylaxie - universell.
  • Seniles Emphysem infolge altersbedingter Elastizitätsminderung der Fasern - universell.
Interstitielle Emphyseme entstehen durch Riss der Wandungen gasführender Wege.
Als Folge eines Emphysems kommt es zu vermindertem Gaswechsel.