Gesäugeaktinomykose 1
DruseDruse, umgeben von Fremdkörperriesenzellen
1. Druse mit basophilem Zentrum und einer Korona aus eosinophilen Kölbchen; peripher Makrophagen und neutrophile Granulozyten. Gesäugeaktinomykose, Schwein. H.-E.-Färbung, 40x.
2. Druse, umgeben von phagozytierenden Fremdkörperriesenzellen. In der weiteren Umgebung Lymphozyten und Plasmazellen. Gesäugeaktinomykose, Schwein. H.-E.-Färbung, 16x.

Grundlage der aktinomykotischen Veränderungen sind granulomatöse, drusenbildende Entzündungsprozesse. Die Druse ist ein rundes bis nierenförmiges Gebilde, in dem die zentralen, basophilen, Gram-positiven Erregerkolonien von einem Kranz radiär gestellter eosinophiler, spitz auslaufender Kolben umgeben werden (Bilder 1 und 2; Home).  In unmittelbarer Umgebung  der  Drusen befinden sich zunächst neutrophile Granulozyten, oft in mikroabszessähnlicher Anhäufung, denen zunehmend Lymphozyten, Plasmazellen,  Makrophagen und sogar Riesenzellen vom Fremdkörpertyp beigemischt sind. Die Granulomperipherie besteht aus faserbildenden Entzündungszellen, so dass schließlich eine abszedierend-fibrosierende Entzündung ( Mastitis apostematosa, Bilder 3 und 4) entstanden ist.
Ursache der Gesäugeaktinomykose des Schweines ist Actinomyces (A.) suis, bei dem es sich um eine Standortvariante von A. bovis oder sogar um eine eigene Spezies handelt. Den abszessartigen Gesäugeentzündungen des Schweines liegt in bis zu 50% der Fälle Aktinomykose zugrunde. Demgegenüber ist die Aktinomykose des Rindes durch A. bovis, die ausschließlich als Kieferaktinomykose auftritt, sehr selten. Auch die gefährliche zerviko-faziale, zur Generalisation neigende Aktinomykose des Menschen durch A. israelii kommt nicht häufig vor.
Hinsichtlich der Pathogenese ist interessant, daß die Aktinomykose des Menschen und des Rindes durch endogene Infektion bei tiefen Schleimhautverletzungen der Mundhöhle entsteht. Für die Gesäugeaktinomykose sind Verletzungen durch die scharfen Zähne saugender Ferkel verantwortlich.
   
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