Staupe
zytoplasmatische Einschlußkörperchen, MagenschleimhautStaupevirus-Antigen
1. Zahlreiche intrazytoplasmatische eosinophile Einschlußkörperchen (1) in den Drüsenepithelzellen des Magens.Hund. H.-E.-Färbung, 40x. Foto: Dr. Gisela Baumann.
2. Korpuskuläres Staupevirus-Antigen: oben H.-E.-Färbung (1,2,3), unten Immunfluoreszenztechnik(1,2,3). Gehirn, Hundewelpe, Tupfpräparat. Foto: Dr. Gisela Baumann.

Die Staupe ist eine durch ein Paramyxovirus hervorgerufene Infektionskrankheit bei Hund, Wolf, Wiesel, Frettchen, Waschbär und anderen Kaniden, Musteliden und Prokyoniden.
Der Erreger wird aerogen oder oral aufgenommen. Er vermehrt sich im lymphoretikulären Gewebe der Eintrittspforte, um bereits 3 - 4 Tage post infectionem eine Virämie auszulösen, die nicht immer klinisch auffällig sein muss, aber auch durch hohes Fieber, Apathie, Inappetenz und Nasen- und Augenausfluss gekennzeichnet sein kann. Im Folgenden entwickeln sich katarrhalische, exanthemische und nervöse Krankheitsbilder.
Der Obduktionsbefund ist nicht selten unauffällig, auch bei Tieren mit schwerem klinischen Verlauf. In anderen Fällen bestehen unter anderem eine ausgeprägte katarrhalische Bronchopneumonie oder eine katarrhalische Gastroenteritis. Seltener kommt es zu  vesikulär-pustulösen Exanthemen im Bereiche von Unterbauch, Schenkelinnenflächen und äußerem Gehörgang. Ebenfalls weniger häufig tritt die sogenannte Hartballenkrankheit mit Hyperkeratose im Ballen- und Nasenspiegelbereich auf. Morphologische Manifestation der nervösen Staupe ist eine lymphozytäre Panenzephalitis vor allem in Klein- und Stammhirn. Mitunter kommt es im weiteren Verlauf zu einer Entmarkungsenzephalitis.
Von hervorragender diagnostischer Bedeutung sind die sich regelmäßig entwickelnden eosinophilen zytoplasmatischen, runden, ovalen oder auch polymorphen antigenspezifischen Einschlußkörperchen vor allem in epithelialen Organen (Magenschleimhaut, Bronchien, Nierenbecken und Harnblase) sowie in Ganglien- und Gliazellen.