Miliartuberkulose
miliare tuberkulöse Granulomemiliares tuberkulöses Granulom Mycobacterium bovis
1. Gelbe, hirsekorngroße (miliare) Granulome.Lunge, Rind.  
2. Miliares tuberkulöses Granulom. Zentrale Nekrose ("Verkäsung") und basophile Verkalkung (1), eosinophile Epitheloidzellen (4) und mehrkernige Riesenzellen vom Langhans-Typ (3). Peripher Lymphozyten, Plasmazellen (4) und faserbildende Zellen (5).Rind, Lunge. H.-E.-Färbung, 10x.
3. Säurefeste Stäbchen (Mycobacterium bovis); einzeln, in V- und Y- Form in Zellen des tuberkulösen Entzündungsgewebes. Ziehl-Neelsen-Färbung, 100x.

Die Miliartuberkulose des Rindes entsteht im Gefolge einer Mycobacterium-bovis-Bakteriämie, die sich aus einem tuberkulösen Primärkomplex oder aus Veränderungen der chronischen Organtuberkulose entwickeln kann. Sie betrifft zahlreiche Organe, darunter auch die Lunge.
Die initialen Herde bestehen aus Epitheloidzellen, die sich von Monozyten herleiten und weniger phagozytische als sekretorische Eigenschaften haben sollen. Epitheloidzellen besitzen einen ovoiden Kern und eosinophiles Zytoplasma.  Wenig später bilden sich durch Fusion von Monozyten oder Makrophagen Riesenzellen vom Langhans-Typ mit zahlreichen, schalenartig in der Zellperipherie gelegenen Kernen.
Sobald die initialen Granulome eine bestimmte Größe erreichen, kommt es im Zentrum zur Nekrose (sekundäre Verkäsung), der sich alsbald eine Verkalkung (in der H.-E.-Färbung blau gefärbt) anschließt. Ursache dieser regressiven Prozesse sind Nährstoff- und Sauerstoffmangel, denn tuberkulöse Granulome besitzen keine Gefäße. Eine Vaskularisierung liegt erst in der äußeren Peripherie vor. Dort kommt es bei subakutem Verlauf  zur Bildung eines auch faserhaltigen Entzündungsgewebes.
Die regionären Lymphknoten eines von Miliartuberkulose betroffenen Organs weisen ebenfalls miliare Tuberkel  oder eine exsudativ-nekrotisierende (primär verkäsende) tuberkulöse Lymphadenitis auf.
Mit Hilfe der Ziehl-Neelsen-Färbung lassen sich in Makrophagen und Riesenzellen säurefeste Stäbchen einzeln, in V- oder Y-Form darstellen (Bild 3). Die Mykobakterien werden durch die genannten Zellen internalisiert, aber nicht mit Sicherheit abgetötet.